Reaktionen auf Zensur und Kulturaktivismus:

Abgesehen von einer Umsonst-Palette Papier, die mir jemand ganz schnell organisiert hat, und einem veganen Carepaket sogar mit Radieschensamen (danke!), werden auch Überlegungen angestellt, wie die Situation im allgemeinen und eines Kulturaktivisten im besonderen ist.
Götz: Du darfst gerne zum Kraftschöpfen mal wieder auf den Hof kommen
Annette: Ich seh es ja ein, daß es nicht nur die Finanzmisere ist, auch wenn die den
Rest gibt. Von dem Umfeld, den sogenannten "Alternativen" wird wohl in Deutschland in
den nächsten Jahren wirklich nicht viel zu erwarten sein.
Peter: man hört ja beim Lesen deine Zähne knirschen ... echt?
Alexander: das geht doch nicht, daß du aufhörst! ... will ich doch gar nicht!
meine Schwester: es sind nur ganz wenige, die bereit sind für andre was zu tun, die meisten benutzen das Angebot, bedanken sich wohl, aber kommen nicht auf die Idee, daß sowas eigentlich davon lebt, daß alle etwas tun
Rebecca: Auszeit ... jetzt, wo ich so schön böse bin?
Astrid: ich will dir nicht zu nahe treten ... wenn du nochmal bei regen in der wildnis landen solltest, kannst du auch hier anrufen, ob ich dich vielleicht abholen kann.
Werner: kannst du das nicht wie andre Künstler, die nicht anerkannt werden, machen, die nebenher ihren Brotjob haben, und der Rest ist Hobby ... Hobby?
Rike: Das verstehn die nicht, das ist doch dein Identität, man kann doch nicht nebenbei man selbst sein.
Klaus: ... das kleine Mädchen war der Engel, Alter, aber uns fehlt der Glaube ...
Gregor: Hallo Herrmann, fang an richtig Gas zu geben und versuche mit einem anderen Verlag eine Kooperation einzugehen. Vielleicht der grüne Zweig ? Die Welt braucht deine Kultur!!! ... Gregor, grad hat mir Werner / Grüner Zweig geschrieben, Kooperation, wie du sie vorschlägst, läuft zwischen uns schon lange, allerdings ist das nicht die Art von Kooperation, um die es wohl geht, denn das erinnert ein bißchen an die Fusionitis sogenannter unwirtschaftlicher Kleinbetriebe. Es geht glaub ich um
mehr Zusammenhalt und Austausch und Miteinander in "unserer" Kultur, die aber
erst eine "unsere" Kultur genannt werden dürfte, wenn eben dieser Zusammenhalt
da wäre ... die Frage wird sein, ob das anhält, ob sich das ausweitet, ob eine Art subkultureller Struktur entsteht ...
Jule: die existenz der unsicherheit, der vagheit, der unbestimmtheit - also der kitzel des lebens, schlimmstenfalls die gefahr, wird in dieser gesellschaft mit argwohn, groll oder gar hass betrachtet, etwa so, wie man einer sache begegnet, die man gerne haben möchte, während man sich jedoch bewusst wird, dass sie unerreichbar bleiben wird, weil mensch aus seinem schneckenhaus nicht auszubrechen wagt.
das ist also das, was ich da draussen sehe. es erschreckt mich. es macht mich wahnsinig - traurig. ich glaube einfach zu fest daran, dass wir alle glücklich werden könnten, wenn wir nur endlich die augen öffnen und die welt hineinlassen würden. aber der moloch will seine opfer nicht freigeben. er ist sein eigenes opfer.
... jedenfalls ist es klar, dass gerade menschen, die an diese träume glauben, die auch ich träume, sich früher oder später aufreiben an dieser ignoranz, dem egoismus, der gleichgültigkeit allem und jedem gegenüber, der nicht ohne verdauungskomplikationen konsumierbar ist. ich kenne viele dieser ausgebrannten, die ihre narben offen im gesicht tragen, und auch das erschreckt mich. ich denke: werde ich irgendwann einmal denselben ausdruck in meinen augen haben? ... es scheint alles so hoffnungslos zu sein. weltrevolution. die idee, dass die menschen begreifen. dass sie verstehen. ...
Thomas: schönen Dank für Dein Rundschreiben. Ich finde es gut,dass Du einmal zugibst, dass es doch nicht ganz so einfach ist, am Rande der Gesellschaft und ohne "Lohnarbeit" zu existieren. Früher fand ich es immer etwas arrogant, wie Du diese Entbehrungen so mit links abgetan hast. (nach dem Motto: Es geht mir zwar für Deutsche Verhältnisse materiell etwas schlechter, aber im Weltmaßstab blendend...).

... wird fortgesetzt